Impuls November 2020

Vom Suchen und Finden

Den gespielten Ball suchen ist bisweilen herausfordernd. Man hat abgeschlagen, aber der Ball ist leider nicht in die geplante Richtung geflogen, sondern im Rough gelandet. Wir murmeln vor uns hin: „Hier muss er doch irgendwo sein”, aber finden ihn nicht sofort. Besonders im tiefen, nassen Rough scheint ein Golfball auch noch „unterirdische” Fähigkeiten zu entwickeln. Inzwischen ist nach den neuen Regeln auch noch die Suchzeit verkürzt worden:

Regel 18,2a: „Ein Ball ist verloren, wenn er nicht innerhalb von drei Minuten gefunden wurde, nachdem der Spieler oder sein Caddie begonnen hat, nach ihm zu suchen”. Nur für die sichere Identifizierung und den Weg zu einem gefundenen Ball wird die Uhr angehalten.

Jeder Golfspieler weiß um die Tatsache, dass ein gefundener Golfball Freude auslöst und die Chancen um einen guten Abschluss des Lochs befördert. Das Suchen gehört zu unserem Leben im Hinblick auf Themen Beruf und Ehepartner aber auch im Hinblick auf Gott.

In der Bibel steht: Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR. Jer. 29, 13f

Auch hier geht es um Suchen und Finden und um einen guten Abschluss des Lebens vor unserem Schöpfergott. Aber die Aussage der Bibel weist noch eine Bewegung auf, die wir uns auch manchmal beim Golfspielen wünschen würden.

Es gibt nicht nur die einseitige Suchbewegung des Menschen nach Gott, sondern glücklicherweise umgekehrt auch eine Suchbewegung Gottes nach dem Menschen.

Jesus sagt: Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Lk. 19,10

Sogar überraschend und mitten in anderen Zusammenhängen kann dies geschehen, dass Jesus unser Herz anspricht, durch ein Bibelwort, durch ein Ereignis oder einen Mitmenschen.

Uli Ehinger